Fotos: Eibe Schönnecken
Haus der Gemeinschaft, Regionale Schule Pellenz
o5 architekten + ingenieure - raab hafke lang (Frankfurt/M.)
Bauzeit: 2006-2008
Dank dem neuen Erweiterungsbau funktioniert die Regionale Schule
Pellenz in Plaidt jetzt auch als Ganztagsschule. Der flache Quader
umfasst eine Mensa sowie eine Aula für Musik- und Theaterauf-
führungen. Die Schule will künftig mehr sein als nur ein Lernort; sie
will auch das Zusammenleben von Schülern und Lehrern fördern.

Die für eine Ganztagsschule wichtige Funktion des Neubaus spiegelt
sich in seiner zentralen Positionierung auf dem Schulhof wider.     
Das kompakte Volumen ergibt sich aus den unterschiedlichen An-
forderungen an das "Haus der Gemeinschaft" als Zentrum neuer
schulischer Aktivitäten. 

Schützender Treffpunkt

Bestimmende Materialien sind Holz und sandgestrahlter Sichtbeton.
Dieser stellt einen Bezug zum Altbau her, der in Stahlbeton-Skelett-
bauweise errichtet wurde. Die lichtdurchfluteten Innenräume des
Neubaus sind mit bündig verschraubten Sperrholzplatten aus Birke
ausgekleidet. Sie vermitteln eine anheimelnde Atmosphäre.

Auffallend sind die tiefen Holzlaibungen und -gewände, welche     
die Fenster und den Eingang der Mensa betonen. Im Vestibül des
Eingangs schaffen sie einen schützenden Treffpunkt für die Schüler
auf der Schwelle zwischen Innen und Außen.   
Architekturen // Schulmensa
"Ein Schulgebäude muss mehr sein  
als eine Aneinanderreihung von
Klassenräumen. Vielmehr soll die
Architektur ihre soziale Funktion
erfüllen, Treffpunkt werden in einer
städtischen Umgebung, deren
Lebensraum in der Vergangenheit
durch Fabriken und Industrie-
anlagen weitgehend zerstört
wurde."    

Christoph Parade, Architekt der
Gesamtschule Barmen in Wuppertal,
die mit dem Deutschen Schulpreis 2015
ausgezeichnet wurde
"Wir Höhlenbewohner pflegen die alte Schule des Tiefbaus - ohne Hilfsmittel, nur mit den eigenen Pfoten."
"Schon die bauliche und räumliche
Gestaltung einer Kindertagesstätte
oder Schulmensa ist bedeutsam   
und mit großer Verantwortung ver-
bunden. Architektur prägt bereits
Heranwachsende tief und nach-
haltig - das gilt bedauerlicherweise
auch für beliebige oder unbedachte
Architektur." Gaus Architekten
"Je kleiner die Viecher, desto größer die Klappe. Wir sehen uns im Zoo!"
"Wenn Arbeit adelt, gehören wir zum europäischen Hochadel, Freunde!"
Ein Haus zum Leben und Lernen
Fischpass
Bauspiele
Militärhistorisches Museum
Tagungszentrum
Schlosshotel
Schiefermahlwerk + Kulturhaus
Universitätscampus
Evangelische Freikirche
Grimm-Zentrum
Regionale Schule
Bürohaus Dockland
Vinothek
Neue Synagoge
Hummerich-Halle
Food Hotel
Forum Confluentes
Mehrgenerationenhaus
Steinskulpturen-Museum
Ausflugsrestaurant
Lava Dome
Akteur aus Stein

Was für den Glauben gilt, dass er ein geeignetes Haus braucht, gilt
für jede menschliche, auch schulische Aktivität - die Architektur 
muss passen, im Fall einer Schule: mehr sein "als eine Aneinander-
reihung von Klassenräumen" (Parade). Nur dann ist sie gelungene
Architektur. Gelungen ist, was uns dazu ermuntert, ebenfalls zu
gelingen, unser Potential, als Schüler wie als Sozialwesen, zu heben.
Nach Eltern und Lehrern sind Gebäude unsere dritte Hebamme. 
Gute Architektur ist nicht nur Kulisse; sie ist aktiv, sie ist ein
Lebensmittel.    

Kunst fördert Kunst 

Die Regionale Schule in Plaidt vereint Ästhetik und Zweckmäßigkeit
zu einer idealen Normalität. Ideale Normalität tritt ein, wenn ein
Bau, der ist, was er sein kann, nämlich Baukunst, auch seine Nutzer
dazu bringt, die zu sein, die sie sein können. Oder wenn ein Mensch,
der geworden ist, was er sein kann, einen Bau schafft, der ebenfalls
wird, was er sein kann, nämlich Baukunst. Ideale Normalität bedeu-
tet, dass die Kunst des Bauens die Kunst des Lebens und die Kunst
des Lebens die Kunst des Bauens fördert.
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